Ariella
Das Kartenlegen als Teilbereich der Wahrsagerei hat eine lange Tradition.
Da man dazu zunächst nicht mehr als ein Kartenspiel braucht,
erfreut sich das Kartenlegen auch bei Laien größter
Beliebtheit und avancierte in den letzten Jahren zu einer regelrechten
Modeerscheinung,
die von vielen Skeptikern belächelt wurde.
Doch immer wieder sind selbst die größten Skeptiker verblüfft, über die erstaunliche Treffsicherheit, die ein erfahrener und geübter Kartenleger bei der Deutung der Karten erzielt.
Wie gelingt es einem erfahrenen Kartenleger, aus den Karten präzise
Aussagen über unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu machen? Wer hat
das Kartenlegen erfunden und wie funktioniert es
eigentlich? Warum gibt es so viele verschiedene Kartendecks und wo liegen
die Unterschiede?
Bei welcher Art von Fragen oder Problemen kann das
Kartenlegen Hilfestellung
leisten? Diese Fragen möchten wir Ihnen im Folgenden beantworten und damit
ein wenig Licht in das Geheimnis des Kartenlegens bringen.
Zunächst ein kurzer Überblick über die Historie des Kartenlegens:
Die Ursprünge des Kartenspiels finden sich im China des 7. bis 12.
Jahrhunderts.
Diese Kartenspiele wurden bereits sehr früh auch zu
Wahrsagezwecken herangezogen. Erste Hinweise auf die Ausbreitung des
Kartenspiels in Europa finden sich im 14. Jahrhundert.
Von der Kirche als
“Gebetsbuch des Teufels” bezeichnet, wurden sie vielerorts zunächst
verboten. Dies mag auch daran liegen, dass das Kartenspiel vermutlich über
Araber, Ägypter oder fahrendes Volk aus dem Orient nach Europa gebracht
wurde. Zigeuner beherrschten schon sehr früh die Kunst des Wahrsagens mit
Hilfe von Spielkarten.
Von Hand bemalte Karten mit höfischen Motiven
erfreuten sich jedoch schon bald großer Beliebtheit beim europäischen Adel,
der das Kartenspiel gesellschaftsfähig machte.
Einem breiteren Publikum
wurde das Kartenspiel erst durch die schnellere und preiswertere
Vervielfältigung per Holzschnittdruck zugänglich.
Das Verwenden von Spielkarten zum Kartenlegen entwickelte sich um 1800 zu einer großen Mode in Frankreich, die auch Staatshäupter wie Napoleon und seine Frau Joséphine in ihren Bann zog. Eine der bekanntesten Kartenlegerinnen dieser Zeit war die französische Wahrsagerin Marie Anne Lenormand (1772 - 1843), der Namensgeberin für die bis heute verwendeten Lenormandkarten. Sie sagte mittels Kartenlegens unter anderem Napoleons Sturz sowie den gewaltsamen Tod des französischen Revolutionsführers Robespierre voraus.
Bis heute hat das Wahrsagen durch Kartenlegen nichts von
seiner Faszination verloren und die Dienste von professionellen Kartenlegern
werden von Menschen aus allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten in
Anspruch genommen.
Um Ihnen einen Überblick über die Vielfalt der beim
Kartenlegen verwendeten Wahrsagedecks zu geben, möchten wir
Ihnen die wichtigsten hier kurz vorstellen: Die wohl bekannteste Art des Kartenlegens ist das
Tarot. Es wird daher häufig auch als Königsdisziplin der
Kartenlegekunst bezeichnet. Das Tarotdeck, das wahrscheinlich bereits im 14.
Jahrhundert aus den Skatkarten entwickelt wurde, war im 18. Jahrhundert als
normales Spielkartendeck bereits sehr beliebt und verbreitet. Ende des 18.
Jahrhunderts setzte dann die Benutzung als Wahrsageinstrument durch
okkultistisch-esoterische Gesellschaften ein, die sich zu dieser Zeit
überall in Europa bildeten. Heute gibt es hunderte Tarotdecks, welche sich
teilweise nur in Details, teilweise aber sehr erheblich voneinander
unterscheiden.
Auf welchen Prinzipien beruht das Kartenlegen mittels Tarotkarten? Das Tarot besteht aus 78 Karten, die sich in 22 große Arkane und 56 kleine Arkane unterteilen. Die Symbole der Tarotkarten, vor allem die der 22 großen Arkane, geben das Unterbewusste wieder. Dieser Zusammenhang wurde auch von bekannten Psychoanalytikern, wie dem Schweizer Tiefenpsychologen C.G. Jung (1875 - 1961) anerkannt.
Jede Karte des Tarot ist die Versinnbildlichung eines Ereignisses oder
einer Eigenschaft. Beim Kartenlegen mit den Tarotkarten
werden Bilder des kollektiven Unterbewusstseins sichtbar gemacht.
Die
bereits erwähnten großen Arkanen besitzen die Fähigkeit, uns etwas zu
lehren, während die kleinen Arkanen für bestimmte Grundzüge des Verhaltens
stehen.
Beim Kartenlegen können diese Karten Ihnen eine
ganz persönliche Botschaft übermitteln und Ihnen aufzeigen, welcher Weg oder
welche Entscheidung für Sie die aktuell notwendige ist.
Das Tarot kann Ihnen
somit einen tiefen Einblick in Ihre eigene Psyche gewähren und Ihnen
aufzeigen, welche Ängste und Zwänge momentan Ihr Leben bestimmen. Diese
Erkenntnis ist die Grundvoraussetzung zur Befreiung und der erste Schritt
auf dem Weg aus einer Krise.
Ein erfahrener Kartenleger liest aus den Karten Ihre aktuelle Lebenssituation heraus und gibt Ihnen Auskunft über Ihre Partnerschaft. Die Karten geben konkrete Entscheidungshilfen in schwierigen Lebenslagen und verhelfen Ihnen zu einer allgemeinen Orientierung darüber, wo Sie im Leben gerade stehen und wohin Ihr Lebensweg Sie führt.
Die wohl bekanntesten Tarotdecks sind das Crowley-Tarot (entstanden 1912) und das Rider-Waite-Tarot (entstanden 1910). Diese Formen des Kartenlegens unterscheiden sich vom traditionellen Tarot jedoch lediglich geringfügig durch andere Darstellungsweisen.
Lenormandkarten sind Wahrsagekarten, deren Entstehung
der bereits erwähnten französischen Wahrsagerin Marie Anne Lenormand
zugeschrieben wird.
Das verwendete Kartendeck entstammt dem traditionellen
Tarot, ist jedoch auf 36 mit sehr aussagekräftigen Bildern ausgestattete
Karten reduziert.
Diese Bilder stellen Szenen des normalen Lebens dar, die
auf direkte Weise unser Unterbewusstsein ansprechen. Beim
Kartenlegen spielt auch die Lage einer Karte eine große Rolle.
Die
umgebenden Karten werden stets in die Deutung miteinbezogen und können diese
beeinflussen, bisweilen sogar umkehren. Im Gegensatz zum Tarot können beim
Kartenlegen mit Lenormandkarten ganz konkrete Ereignisse in
der nahen Zukunft vorhergesagt werden, z.B. ob eine bevorstehende Prüfung
bestanden wird, ob ein Jobangebot ins Haus steht oder welche Wende ein
Beziehungsproblem nehmen wird. Aufgrund der zeitlosen Alltagssymbolik
verwenden erfahrene Kartenleger die Lenormandkarten häufig für Ratsuchende,
die bisher noch keine bis wenig Erfahrung mit Orakelkarten haben.
Eine weiteres beim Kartenlegen verwendetes Wahrsagedeck
sind die so genannten Kipperkarten, die wahrscheinlich von
Susanne Kipper gegen Ende des 19. Jahrhunderts entworfen wurden.
Die 36
durchnummerierten Karten stellen jeweils ein bestimmtes Ereignis oder eine
Person dar.
Die Besonderheit des Kipperdecks sind die zahlreichen
Personenkarten (z.B. “guter reicher Herr”), die für Personen aus dem Umfeld
des Ratsuchenden oder aber auch für Charaktereigenschaften oder bestimmte
Situationen stehen können.
Eine weitere Besonderheit beim
Kartenlegen mit den Kipperkarten ist, dass die verwendeten Bilder
häufig ganz konkrete Ereignisse oder Situationen beschreiben (z.B. “traurige
Nachricht” oder “guter Ausgang in der Liebe”), was bei der Interpretation
sehr hilfreich sein kann.
Da die Kipperkarten archetypische Strukturen und
Verhaltensweisen des Menschen widerspiegeln haben die zeitlosen
Darstellungen bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.
Durch die
klare, fast naive Bildsymbolik erreichen diese Klassiker der Kartenlegekunst
auch heute noch auf direktem Weg das menschliche Unterbewusstsein.
Die ursprünglichen Wahrsagekarten, aus denen sich vermutlich alle bisher
erwähnten Wahrsagedecks entwickelt haben, sind die Skatkarten.
Dieses Kartendeck, bestehend aus 32 Karten mit französischem Bild und vier
Farben (Herz, Karo, Kreuz und Pik), findet sich wohl in jedem Haushalt und
jeder wird es bereits einmal in der Hand gehabt haben.
Auch mit diesen
Karten kann man Kartenlegen?
Das kann man in der Tat! Im
Mittelpunkt des Kartenbildes liegt stets eine Personenkarte. Bei Frauen ist
dies die Herz-Dame, bei Männern der Herz-König. Links davon liegen
Ereignisse aus der Vergangenheit und rechts davon Ereignisse aus der
Zukunft. Oberhalb der Personenkarte befinden sich Dinge, Ereignisse und
Personen, die den Fragesteller beherrschen. Analog dazu liegen unterhalb der
Personenkarte Dinge, Ereignisse und Personen über die der Fragesteller
herrscht. Je nach Lage und Zusammenhang kann eine Karte beim
Kartenlegen also völlig verschiedene Bedeutungen haben.
Eine letzte Variante des Kartenlegens, die wir Ihnen
vorstellen möchten, sind die so genannten Engelskarten, die
ebenfalls aus dem ursprünglichen Tarot entwickelt wurden.
Bei dieser Form
des Kartenlegens stellt jedoch jede Karte einen Engel dar,
der bestimmte Persönlichkeitseigenschaften, Tugenden oder Prinzipien
verkörpert.
Diese Versinnbildlichungen dienen dem Kartenleger als Medium, um
über die Karten Engelsbotschaften zu empfangen.
Beim Kartenlegen
mit Hilfe von Engelskarten erhalten Sie Aufschluss über die individuellen
Lernaufgaben, die Ihr Leben an Sie stellt. “Warum bin gerade ich in dieser
scheinbar ausweglosen Situation und wie kann ich mich selbst daraus
befreien?” sind Fragen, die die Engelskarten beantworten können.
Darüber
hinaus können sie auch Auskunft über andere Menschen und deren
Verhaltensmotivation geben und somit darüber aufklären, warum ein Freund
oder Bekannter sich Ihnen gegenüber in einer bestimmten Art und Weise
verhält und was diesen Menschen dabei antreibt. Das Kartenlegen
mittels Engelskarten ist insbesondere für Menschen von Interesse, die an
Ihrer spirituellen Weiterentwicklung und der Öffnung ihres Bewusstseins
arbeiten möchten.
Bei allen Wahrsageformen mittels Kartenlegen ist die
Deutung der jeweiligen Kartenbilder in starkem Maße von der Erfahrung und
Intuition des Kartenlegers ab.
Das bloße Nachlesen oder Auswendiglernen
reicht leider nicht aus. Das Kartenlegen gilt nicht umsonst
als eine hohe Kunst unter den Wahrsagemethoden. Um wirklich präzise
Vorhersagen aus den Kartenbildern herauslesen zu können, bedarf es einer gut
ausgeprägten Medialität, eines geschulten Einfühlungsvermögens und einer
langjährigen Erfahrung.
Unsere erfahrenen Berater verfügen über diese Voraussetzungen und freuen sich darauf, Sie beim Kartenlegen von Ihren Fähigkeiten überzeugen zu können und Ihnen bei Ihren speziellen Fragestellungen hilfreich zu Seite stehen zu können. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viele hilfreiche Erkenntnisse und Einsichten, die Sie auf Ihrem persönlichen Lebensweg auf positive Weise weiterbringen!
Weiterführende Informationen zu den Themen Kartenlegen, Tarot, Lenormandkarten, Kipperkarten, Zigeunerkarten erhalten Sie auf der Internetseite Wikipedia.de.




